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Der 31. Kirta-Baum steht

Rieder Feuerwehr und Dorfgemeinschaft hält Tradition aufrecht – „Hauacker Sepp“ spendet Baum

Die Gemeinde Gleißenberg hat laut Statuten die drei Ortsteile Ried, Hofmühle und Berghof sowie die drei Weiler Kesselhütte, Am Steinrieder und Sägmühle. Der Kirchenpatron von der Gemeine ist der Hl. St. Bartholomäus, welcher jährlich am 24. August Namenstag feiert. Somit ist in der Regel stets am letzten Augustwochenende in Gleißenberg Kirta.

Vor weit mehr als 30 Jahren hat sich der eigentlich schon immer eigenständige Ortsteil Ried, mit seinem einzigen Verein, der Feuerwehr, samt der Dorfgemeinschaft darüber Gedanken gemacht, selber einen Kirta abzuhalten. 1992 war es dann soweit. Unter damaliger Regie von Feuerwehrvorstand Fritz Dobmeier, der von 1968 bis 1994 sein Amt inne hatte, und Kommandant Johann Schmitzberger (Nolfn Hans) wurde im Zuge einer Vorstandschaftsversammlung beschlossen, dass Ried immer eine Woche nach Gleißenberg selber einen Kirta abhält und dabei auch einen Kirta-Baum aufstellt.

Der erste Kirta, wie erwähnt 1992, fand in der „Nolfn-Schupfa“ statt und hatte bereits kuriose Vor- und Nachgeschichten. So war man sich anfangs nicht klar, sollte man ein oder zwei Tage feiern. Das Ende vom Lied: Neben Samstag und Sonntag – da gibt es ja kein Kesselfleisch – wurde kurzerhand auch noch der Kirta-Montag angehängt und so begann für die Rieder, die seit jeher für feierfreudig, lebenslustig und keinesfalls zuletzt auch als trinkfest bekannt sind, ein stetiger Brauch.

Für die ersten Kirta-Bäume musste man am Dorfplatz noch per Hand Löcher graben. Kam ein Stein, wurde daneben wieder gegraben und so weiter. Erst als im Jahr 2001 das Jugendhaus entstand, hat Konrad Hastreiter eine feste Vorrichtung für den Kirta-Baum geschaffen.

Letzten Samstag war es schließlich wieder soweit. Josef Mühlbauer spendete den Kirta-Baum, welcher nach den vielen Vorbereitungsarbeiten mit zahlreichen Helfern und unter fachmännischer Anleitung von Ehrenmitglied Johann Schmitzberger in die Höhe gewuchtet wurde. Nachdem der Baum problemlos in die richtige Position gebracht und verankert war, ging es in den gemütlichen Teil des Tages über. Am Vorplatz des Jugendhauses stellte man Tischgarnituren auf und Groß und Klein aus nah und fern gesellte sich zur zünftigen Unterhaltung. Ferner sorgte der Vereinsnachwuchs gekonnt für die Verköstigung der Gäste.

In den späten Abendstunden machten sich dann die Jugendlichen des Ortes zum ‚Kirta-Zammtragen‘ auf. Genau wie eine Woche zuvor in Gleißenberg, ist es auch in Ried der Brauch, dass alle nicht niet- und nagelfesten Gegenstände am Dorfplatz zusammengetragen werden. Zum Teil unter größter Mühe und Anstrengung schleppen die Jugendlichen alles heran, was ihnen in dieser Nacht unter die Finger kommt.

Der Sonntagmorgen beschert so manchem Rieder Hauseigentümer dann oftmals eine ungewollte Vergesslichkeit, die hin und wieder sogar den Einsatz von Traktoren mit sich bringt. Utensilien wie Tische, Bänke, Anhänger, Rasenmäher, Leitern, Tore oder Schubkarren müssen ja nach dem Stellungswechsel vom Jugendhaus wieder in den eigenen Hofraum zurück befördert werden, damit der Besitzstand wieder komplettiert ist.


Gemeinsam stellten die Rieder ihren Kirta-Baum auf


Ein stattlicher Kirta-Stand, den die Jugendlichen am Dorfplatz zusammen trugen