Dorfgemeinschaft und Feuerwehr halten Tradition aufrecht – Nachwuchs sorgt für stolzen Kirta-Stand, wie es sich gehört
Etwa 250 Einwohner hat der Ortsteil Ried und rund die Hälfte davon versammelte sich letzten Samstag beim Jugendhaus zum Kirtafest. Dieses findet stets eine Woche nach dem Gleißenberger Kirta statt und die Rieder stellen zusätzlich einen Baum auf, den heuer Mario Geiger spendierte. Schon im Vorfeld backten die Frauen fleißig Kuchen und die Männer kümmerten sich um den Kirta-Baum. Am Samstagmittag wurden dann die restlichen Arbeiten verrichtet, ehe man unter dem Kommando von Josef Mühlbauer den stattlichen 33-Meter-Baum ohne Komplikationen in die Senkrechte hievte.
Nach getaner Arbeit ließen es sich die Rieder bei angenehmen Sommerwetter schließlich gut gehen. Eine Menge Sitzgarnituren kamen auf den Dorfplatz, die Familie Kübler hatte frische Makrelen zum Grillen vorbereitet, junge Männer standen am Würstchengrill und einige Frauen hatten den Getränkeservice über. Nach und nach kamen auch von Gleißenberg und anderen Ortschaften immer mehr Besucher, sodass man sogar noch die Tische und Stühle vom Jugendhaus nach draußen stellte. Die anwesenden Kinder fanden dazu genügend Auslauf bei dem danebenliegenden Spielplatz.
Verständlich, dass sich Feuerwehrvorstand Thomas Weingärtner bei seiner Begrüßung über die stattliche Besucherzahl freute. Außerdem richtete Weingärtner einen herzlichen Dank an alle Mitstreiter, die erneut zum Gelingen vom Rieder Kirta beigetragen haben. Dazu kam noch eine kleine Überraschung, denn Max Gruber mit dem Akkordeon und Martin Meier mit der Gitarre sorgten danach für schöne Unterhaltungsmusik. Somit blieben viele Gäste bis in den Abend hinein mit guter Laune beim Kirtafest.
In der Nacht von Samstag auf Sonntag folgte sodann der Part vom Nachwuchs – das Kirta-Zamtragen. Natürlich wussten die Rieder vom erneuten „Versagen“ der Gleißenberger und gaben sich daher kräftig Mühe, um alle nicht niet- und nagelfesten Gegenstände Richtung Dorfplatz zu transportieren. Bei Sonnenaufgang bot das Ergebnis dem Brauchtumsliebhaber schließlich einen genialen Anblick. Vom Schlauchboot über Anhänger, Schubkarren, Mörtelmaschinen, Leitern und vielen weiteren Utensilien war alles beieinander, was manch „unvorsichtiger“ Hauseigentümer gedankenlos stehen ließ. Und das Schönste an der ganzen Sache: Alle Rieder, egal ob „geschädigt“ oder nicht, hatten hinterher genügend Gesprächsstoff über das, was im Dorf so alles vor sich geht.
Kräftige Männer brachten den Kirta-Baum am Dorfplatz in die richtige Position.

Ein stolzer Rieder Kirta-Stand, von dem sich die Gleißenberger eine gehörige Scheibe abschneiden können.

