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Dorferneuerung

Die Dorferneuerung spielt in der Gemeinde Gleißenberg eine große Rolle. Und ohne die große Hilfsbereitschaft und das Engagement vieler Bürger wäre dies auch nicht möglich.

So erhielt Bianka Fechter aus Gleißenberg vor kurzem die Staatsmedaille in Bronze überreicht. Den dazugehörigen Zeitungsartikel finden Sie hier:

Staatsmedaille für Bianka Fechter

Bericht - Bianka Fechter erhält Staatsmedaille

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Informieren lohnt sich – Fördervoraussetzungen in der Dorferneuerung bei privaten Baumaßnahmen

Wofür steht die Dorferneuerung?
Ein Leitgedanke in der Dorferneuerung ist es, die Lebens-, Wohn- und Umweltverhältnisse auf dem Land nachhaltig zu verbessern.
Das Amt für ländliche Entwicklung (ALE) Oberpfalz unterstützt in diesem Zusammenhang auch private Bauherrn bei Bau-, Sanierungs- und Gestaltungsmaßnahmen sowohl fachlich als auch  finanziell. Ziel  der Privatförderung ist die Verbesserung des Ortsbildes. Gefördert werden Baumaßnahmen an Wohngebäuden, aber auch an Wirtschafts- und Nebengebäuden, sowie die Gestaltung von   Vorbereichs- und Hofflächen und Gärten, Bepflanzungen und Einfriedungen.

Was wird gefördert?
Bei Wohngebäuden kann gefördert werden: Die Erneuerung des Daches, Dachaufbauten, Fassadenanstriche, Erneuerung von Fenstern- und Türen, Balkonen, Terrassen und Eingangsbereichen. Auch Nutzungsänderungen, An-, Um- und Ausbauten sowie Abbruch und dorfgerechte Ersatz- und Neubauten zur gestalterischen Anpassung oder zur Innenentwicklung sind ggf. förderfähig. Der Regelfördersatz beträgt ca. 10 % bis 30 % der anrechenbaren Kosten. Pro Anwesen sind bis max. 50.000,00 € Zuschuss möglich. Dabei ist wichtig, dass die allgemeinen Ziele und Leitlinien der Dorferneuerung eingehalten werden. Diese sind unter der Homepage der Gemeinde Gleißenberg einzusehen und nachzulesen.  Die Förderfähigkeit, Höhe und Umfang der Förderung wird vom Amt für Ländliche Entwicklung Tirschenreuth festgelegt
Vor einiger Zeit wurde das Geheft „Rezepturen für eine gute Baugestaltung im Dorf“ erstellt, das ebenfalls über die Homepage der Gemeinde Gleißenberg oder in Papierform bei der Gemeindeverwaltung erhältlich ist.

Wie ist der Ablauf?
Mit der gestalterischen Beratung der privaten Baumaßnahmen im Gemeindegebiet Gleißenberg ist das Architekturbüro Johannes Haslsteiner & Ursula von Massow  beauftragt. Termine zur Vor-Ort-Beratung  können über die Gemeinde Gleißenberg oder die örtlich Beauftragte der Dorferneuerung, Bianka Fechter,  Tel. 09975/904591, vereinbart werden. Wichtig ist, vor Beginn der jeweiligen Maßnahmen eine Bauberatung in Anspruch zu nehmen und zusammen mit der Dokumentation der gestalterischen Beratung  einen Förderantrag zu stellen. Die Bauberatung ist für die Bauherren kostenlos, sie beinhaltet jedoch keine komplette Neu- oder Umplanung, sondern soll Anreize geben für gute Gestaltung und zeigt dazu Beispiele auf.

Wohin zielt die Beratung?
Bei der Farbauswahl für die Fassaden werden erdige Farbtöne, bzw. Farben, wie sie auch in der Natur vorkommen, vorgeschlagen. Es gibt dazu eine Farbpalette und am besten erstellt der Maler direkt auf der Fassade Farbmuster,  da diese je nach Putzuntergrund, Ausrichtung , Lichteinfall  und Lage unterschiedlich wirken. Für die Sockelbereiche ist es wichtig, diese mit möglichst demselben Farbton zu streichen. Faschen und Lisenen sollten in einem helleren Ton gestrichen werden, sofern diese gewünscht sind. Nicht zu empfehlen sind Farbstreifen in allen möglichen Variationen und Farben, willkürliche Malereien und unruhig wirkende Farbkombinationen. Diese tragen nicht zur Verbesserung  des Dorfbildes bei.
Für die Erneuerung der Dächer werden naturrote Dachziegel empfohlen. Sie  machen die Dachlandschaft eines Dorfes lebendig. Rot engobierte , jedoch nicht glänzende Dacheindeckungen können ebenso verwendet werden. Nicht empfohlen werden dunkle, anthrazitfarbene oder sogar schwarze oder farbige Dacheindeckungen. Die Dachlandschaft prägt das Dorf. Mit warmen, naturroten Dacheindeckungen wirkt es harmonisch, eingebettet in eine Landschaft mit Bäumen, Sträuchern, Hecken und Wäldern.
Bei der Erneuerung der Fenster ist es sinnvoll, wenn ein Gestaltungsvorschlag erstellt wird, da dies vom Gebäudetyp abhängig ist und nicht pauschal zu sagen ist. Gleiches gilt für Balkon- und Terrassenbrüstungen. Es werden sowohl Holz- als auch Kunststoff-Fenster gefördert, jedoch keine Fenster und andere Baumaterialien in Holzimitat! Wenn möglich sollten große Fenster- und Türelemente eine Gliederung erhalten, die bewirken soll, dass die Fenster nicht wie „seelenlose Löcher in der Fassade“ aussehen.
Wichtig ist in jedem Fall, dass Fassade, Dach und Fensterelemente aufeinander abgestimmt sind.
Für die Neugestaltung der Hof- und Gartenflächen ist zu beachten, dass Pflasterbeläge oder sonstiges Material nicht zu unruhig wirken. Am besten sind gleiche Materialien, Farben und Formate, keine Farb- und Formatmischungen. Wert gelegt wird auch auf Entsiegelungen oder durchlässige Beläge. Neben- oder Parkflächen können auch in Form von Schotterrasen ökologisch ausgeführt werden.
Dorfgerechte Begrünungen und Bepflanzungen runden die Maßnahmen ab und sind ebenso förderfähig, wobei heimische Pflanzen, Sträucher und Laubbäume besser in unser Dorf passen als Thujen, Nadelbäume oder exotische Pflanzen.
Nähere Informationen dazu bieten die Kreisfachberater vom Landratsamt sowie die örtlichen Obst- und Gartenbauvereine.  Ein wichtiger Punkt ist hierbei die Vermeidung von sogenannten Schottergärten. Diese passen nirgendwo. Große Pflasterflächen können durch Pflanzinseln aufgelockert werden. Das Anlegen eines naturnahen Gartens birgt für heimische Insekten und Kleinstlebewesen eine Heimat. Die Farben, Düfte, Geräusche, Formen und Strukturen wirken lebendig und geben eine natürliche Ausstrahlung. Das Pflanzen von Bäumen wirkt dreidimensional und verleiht jedem Garten und jeder Fläche eine besondere Wirkung.  
Dazu ein Tipp von den Gartenbotschafterinnen Anita Hastreiter und Bianka Fechter: „Mut haben für Unordnung, der Insektenwelt genügend Raum lassen, Flächen so wenig wie möglich versiegeln, kleine Teiche oder Tümpel schenken dem Garten Vielfalt. Erst die Bäume machen den Garten zum Garten.“

Beispiele 20-10

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