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Großübung am Geishof

259 Einsatzkräfte von 19 Feuerwehren aus drei Inspektionsbereichen im Ortsteil Ried – Bauunternehmer stellt Privat-Areal zur Verfügung

Etwas seitlich Richtung Westen vom hochgelegenen Schullandheim befindet sich das weitläufige und am Waldrand gebaute Privatanwesen der Baufirma Müller aus Döbersing, der sogenannte Geishof. Nach  Absprache stellte Eigentümer Helmut Müller dankenswerter Weise sein Areal zur Verfügung und so konnte letzten Freitag eine Großübung angesetzt werden, die es in sich hatte: Verpuffung in einer Lagerhalle mit zwei vermissten Personen. Dies erforderte aufgrund der Höhenlage die Alarmierung B3 mit einem Schlauchwagenzug. Nach Eintreffen der örtlichen Feuerwehr Ried lautete die Meldung: Brand in einer Lagerhalle mit Übergriff auf weitere Gebäude und starker Funkenflug in Wald und Wiese. Somit gab es eine Alarmerhöhung auf B4 mit einem Vegetationsbrandzug und dem Sonderzug 6.2 für Wiesenbrand.

Alles in allem wurden daher 19 Wehren mit 32 Einsatzfahrzeugen aus den Inspektionsbereichen Furth im Wald, Waldmünchen und Cham aktiviert. Unter dem Einsatzleiter Mario Schmitzberger haben dann insgesamt 259 Feuerwehrleute den Löschweiher in Ried, die Wasserzisterne vom Schullandheim und alle zur Verfügung stehenden Ober- und Unterflurhydranten angezapft. So entstanden fast drei Kilometer lange B-Leitungen mit einem Höhenunterschied von rund 90 Metern, wobei allein die längste Leitung fünf Tragkraftspritzen erforderte.

Nach der erfolgreich und unfallfrei verlaufenen Übung traf man sich zur Schlussbesprechung, wo sich alle Verantwortlichen zufrieden zeigten. Kreisbrandrat Michael Stahl erwähnte dabei, dass man sich immer die gegebenen Anforderungen mit klarem Kopf anschauen und dann erst entsprechend handeln müsse. So stünde an erster Stelle das Retten von Menschenleben und danach erst der Schutz von sonstigen Gütern oder Naturbegebenheiten. Außerdem würden aufgrund des Klimawandels die ganzen Sonderzüge des Landkreises immer mehr an Bedeutung gewinnen und darauf wolle man in Zukunft ein besonderes Augenmerk legen.

In der Geschichte der kleinen Ortschaft Ried war dies bislang die umfangreichste Feuerwehrübung, was natürlich eine Menge Zuschauer mit sich brachte. Aber alles verlief in geordneten Bahnen und die Familie Müller stellte freundlicher Weise für alle Beteiligten sogar noch einen Kühlwagen voller Getränke bereit.

Die heimischen Feuerwehren waren zuerst vor Ort und machten sich ein Bild von der Lage.

Durch die Rettungsgasse konnte die Waldmünchener Drehleiter bis nahe zum Brandherd.

Mit der Drehleiter wurde ein Übergriff der Flammen auf den Wald verhindert.

Auch Bürgermeister Wolfgang Daschner (im Vordergrund links) verfolgte den Großeinsatz.

Zwei Feuerwehrfrauen bargen die erste vermisste Person.

Die Atemschutzträger benötigten den Rettungsspreizer für einen weiteren Verletzten.

Mit zwei weiteren Strahlrohren wurde ein Flächenbrand bekämpft.

Sie hatten alles bestens im Blick (v. l.): Einsatzleiter Mario Schmitzberger, Kreisbrandmeister Markus Hierstetter, Kreisbrandmeister Stefan Heitzer, Kreisbrandrat Michael Stahl, Kreisbrandinspektor Mario Bierl und Kreisbrandmeister Michael Gutscher.

259 Einsatzkräfte waren vor Ort.