Der Frauenbund Gleißenberg veranstaltete eine Wanderung zu den verlassenen Dörfern rund um Bügellohe. Die geschichtsträchtigen Ortschaften Friedrichshäng, Plöss und Bügellohe wurden der Wandergruppe von den Gästeführern Rosemarie Lehner und Herbert Spichtinger gezeigt. Bei dieser Wanderung in die Vergangenheit wurde vieles von dem Werdegang der Ortschaften berichtet, aber auch wissenswertes über das heutige Leben an der Grenze weitergegeben.
Als erstes Ziel wurde der Friedhof vom Ortsteil Plöss besichtigt. Plöss wurde 1606 erstmals urkundlich erwähnt. Bis 1939 wuchs Plöss, einschließlich der Ortschaften Wenzelsdorf und Strasshütte auf 1.167 Einwohner und 124 Häuser an. Nach dem Kriegsende wurden die deutschstämmigen Bewohner vertrieben und das Gebiet wurde militärisches Sperrgebiet. Ab 1950 wurden fast alle Gebäude abgerissen und die Friedhofkapelle gesprengt. Vom ursprünglichen Bestand waren kaum Spuren vorhanden. Elf Familien der böhmischen Ortschaft Wenzelsdorf siedelten sich auf ihren Grundstücken auf bayerischer Seite, in Bügellohe, an. Nach ca. 20 Jahren wurde diese Siedlung wegen fehlender Einkommensquellen und den harten Lebensbedingungen verlassen. Das letzte noch verbliebene Haus wurde gesichert und seit 2011 befindet sich darin eine Dokumentationsstation. Nach der Öffnung der Grenze 1989 wurde der Verein „Heimatgemeinde Plöss“ gegründet. Die Instandsetzung des Plösser Friedhofs wurde zu ihrer Herzensaufgabe. 1993 wurde die Wiederherstellung des Friedhofs und der Grundmauern der Kirche gefeiert. Heute ist dieser Ort ein vielbesuchtes Kulturgut der Tschechischen Republik. Zum Mittagessen wurde in das alte Försterhaus in Plöss eingekehrt. Im Anschluss wurde auf den Bayerwaldturm gewandert und der sagenhafte Ausblick auf den Böhmer- und Bayerwald genossen. Durch den Schmugglersteig ging es wieder zurück nach Friedrichshäng, wo im historischen Grenzwirtshaus Gertmeier am Eulenberg eingekehrt wurde.
Foto: Gabi Mayer (Die Wandergruppe am Plösser Friedhof)

