Unsere Gemeinde stellt sich vor

Gemeinde Gleißenberg

Die Gemeinde Gleißenberg zählt mit ihren knapp 1000 Einwohnern zu den kleinsten Gemeinden im Landkreis Cham, hat ein aktives Vereinsleben und bietet das ganze Jahr über zahlreiche Veranstaltungen und Festlichkeiten.
Bei der großen Gebietsreform in Bayern 1972 erhielt sich die Gemeinde die Selbständigkeit und ist seitdem zusammen mit der Gemeinde Weiding in einer Verwaltungsgemeinschaft vereint, was sich bewährt hat.
Gleißenberg liegt am Grenzgebirge zur Tschechischen Republik zwischen den Ortschaften Furth im Wald (bekannt durch den Drachenstich) und Waldmünchen (bekannt durch das Trenck-Festspiel). Beide Orte sind in ca. 10 Minuten mit dem Auto erreichbar. Die Kreisstadt Cham ist ebenfalls nicht weit entfernt. Ein Ausflug in die Tschechische Republik ist über die nahen Grenzübergänge Furth im Wald und Waldmünchen per Auto möglich, aber auch viele grenzüberschreitende Wanderwege sind in den letzten Jahren seit Fall des Eisernen Vorhanges geschaffen worden und führen zu wunderbaren Orten auch im Nachbarland.
Der staatlich anerkannte Erholungsort Gleißenberg ist umgeben von einer Bergkette des Bayerischen Waldes (genauer gesagt des Oberpfälzer Waldes), in einem nur nach Süden offenen Talkessel gelegen.
Durch sein mildes, windgeschütztes Klima wird der Ort auch das "Bayerische Meran" genannt. Dieser Begriff ist sogar mit einer Wort- / Bildmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragen und geschützt.
Die herrliche Lage wurde im 19. Jahrhundert schon von den Prinzen des bayerischen Königshauses geschätzt, die regelmäßig zur Sommerfrische in unsere Gegend kamen. Die rein ländliche Gegend ist reich gesegnet mit Schönheiten der Natur; besonders im Frühjahr und Herbst bietet der Mischwald, der bis an den Ort heranreicht, einen farbenprächtigen Anblick.
Wanderern und Mountainbikern bietet sich die Gegend für einen Ausflug geradezu an. Ziele bis zu 1000 m Höhe sind erreichbar. Anschluss an die „grenzüberschreitenden Bergradwandertouren“ Richtung Waldmünchen ist gegeben. Startpunkt hierfür ist mit Parkmöglichkeiten bei den Sportanlagen im Freizeitzentrum Gleißenberg in alle Richtungen. Wege sind entsprechend beschildert.
Über Gleißenberg sind zwei Heimatbücher erschienen von päpstlichen Hausprälat Josef Kraus: „Geschichte der Grenzpfarrei Gleißenberg bei Waldmünchen“ und „Gleißenberg ein Heimatbuch“.
Prälat Kraus beschreibt darin die Lage von Gleißenberg wie folgt:


“ Wer einen Blick für die Schönheiten der Natur hat, dem wird das Herz weit, wenn er durch die Wälder wandert, die Gleißenberg von drei Seiten umfangen. Da und dort wird er sich auf einen Steinblock niederlassen oder sonst an einer vorspringenden Stelle stehen bleiben und das Bild betrachten, das sich ihm bietet. Wahrhaftig ein reizender Ausblick hinunter ins Tal! An klaren Tagen schaut man weit hinein in die mit vielen Dörfern übersäte Ebene des Chambflusses, der langsam und mit vielen Windungen seine Wasser dem Regen zuführt. Wenn sich der Besucher gesättigt hat an der Betrachtung des Panoramas, dann wird er seine Gefühle so oder ähnlich in den Satz kleiden: Ein selten schöner Fleck auf der Welt!
Sorgsam wie eine Mutter haben die Berge das Dorf Gleißenberg in ihren Schoß genommen, als wollten sie es schützen vor den rauhen Winden des Ostens. Ernst und mäjestätisch erheben sich im Nordosten der Gibacht mit seinen 936 m, Dreiwappen 914 m und Reiseck mit 903 m. Feierliche Stille geht von Ihnen aus, gerade als wäre es noch nicht so richtig bekannt geworden, dass sie die höchsten Berge der ganzen Oberpfalz sind. Wehrhaft und einsatzbereit halten sie an der Grenze Wache, denn sie wissen, dass von Böhmen die Schwarzkoppe, die eigensinnig ihren Namen nur tschechisch als „Cerchov“ ausgesprochen wissen will, feindselig herüberschaut. Es ist als ob sie sich darauf etwas zu Gute tun wollte, dass sie 100 m (1056) höher ist. Mit überspannten Nationalismus blickt der Cerchov über die Grenze, ganz besonders seitdem im fünfzehnten Jahrhundert die Hussiten vor seinen schadenfrohen Augen raubend und plündernd in Bayern eingefallen sind und seitdem 1945 unsere deutschen Brüder aus dem böhmischen Land vertrieben wurden, als hätten sie nicht seit vielen Jahrhunderten dort gesessen.
An den Gibacht reihen sich der Klammerfels, der Hohestein und der Sonnhofberberg. Dahinter liegen Althütte und der Sonnhof, wo Korn und Hafer im September oder gar noch im Oktober auf dem Felde sind.
Auf der Seite gegenüber ist der Sauruck (706 m), der Himmelberg (681 m) und der vielgenannte Hintere Hiener (768 m), der in der Geschichte der Pastoration von Geigant eine große Rolle spielte, weil man seinen Namen oft genug an das hohe Consistorium in Regensburg geschrieben hat. Die Ausläufer der Berge ziehen sich in Richtung Cham und oft gewähren sie einen reizvollen Ausblick nach dem Hohenbogen und den zwei Hörnern des Osser und nach dem breiten Rücken des behäbigen Arber.
Zwischen den beiden Gebirgszügen schiebt sich die Lengauerhäng ein, um von Gleißenberg (422 m) die rauhen Nordwinde abzuhalten. Wenn man von Waldmünchen kommt, wird man sich wundern, dass die Vegetation im Gleißenberger Tal sicherlich eine ganze Woche voraus ist. Infolge dieser warmen und geschützten Lage eignet sich Gleißenberg vortrefflich als Kurort. Nicht als ob man das erst in der neuesten Zeit entdeckt hätte, aber früher hatte man viel zu wenig Wohnungen und Bequemlichkeiten für Kurgäste und Sommerfrischler. Seit dem Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg sind die Dinge ganz anders geworden.“


So enden einige der wörtlich übernommenen einleitenden Worte des Heimatforschers Prälat Kraus, der sich intensiv mit der Heimat auseinander gesetzt hat und vieles über Gleißenberg und die Umgebung sowie die Historie in beiden Büchern berichtet. Da kann man nicht mehr viel ergänzen, jedoch wäre noch Folgendes anzumerken:
Gleißenberg liegt direkt an der „Glasstraße“ und hatte früher im Gebiet der Kesselhütte eine große Glashütte mit Wohnungen für viele Arbeiter vorzuweisen.
Der Hausberg der Gleißenberger ist der „Burgstall“ mit einer entsprechenden Historie. Er ist ein beliebtes Wanderziel für Gäste aus Nah und Fern und wurde vom Gleißenberger Trachtenverein (mit Namen „Burgstaller“) mit einem wunderschönen Gipfelkreuz versehen. Erst kürzlich hat man eine massive Tischgruppe dort platziert, die zu einer gemütlichen Brotzeit einlädt.
Die Gemeinde konnte auch aufgrund der durchgeführten Dorferneuerungsmaßnahme zusammen mit dem Amt für ländlichen Entwicklung beachtliche Fortschritte erzielen in Sachen Infrastruktur.
Man verfügt zudem über eine eigene Wasserversorgung mit Quellfassung sowie eine innovative neuartige Art der Kanalisation und Klärung, die schon vielfach Beachtung fand. Fast gänzlich alle Ortsstraßen sind saniert und das Ortsbild in einem sehr guten Zustand, dörflich geprägt, jedoch ohne aktuelle eigene Landwirte.
Ein wichtiger Bestandteil ist auch das Schullandheim, das oberhalb des Ortsteiles Ried angesiedelt ist. Ständig renoviert ist es auf dem neuesten Stand und gerne besucht von Gästen aus Nah und Fern.
Der einen Kilometer entfernte Ortsteil Ried ergänzt die Gemeinde Gleißenberg, ist auch bei jungen Leuten beliebt und trägt einen erheblichen gesellschaftlichen Teil zum Gemeindeleben bei. Die Feuerwehr unterhält ein eigenes Jugendhaus, das vielfach genutzt wird für allerlei Veranstaltungen und den Zusammenhalt und das Dorfleben fördert. Die „Riederer“ sind bekannt für Ihren Zusammenhalt und Ihren Gemeinsinn und aus der Gemeinde nicht mehr weg zu denken. In Ried befindet sich auch ein bayernweit beachtetes Arboretum auf einem 4300 qm großen Grundstück, das unter anderem eine Vielfalt von Laubbäumen bietet.
Leider ist die gemeindliche Infrastruktur in Sachen Wirtshäuser und Einkaufsmöglichkeiten etwas ins Wanken geraten die letzten Jahre. Aktuell zwei Gaststätten und ein Metzger sind zu wenig für die aufstrebende Gemeinde. Derzeit ist man bemüht hier Fortschritte zu erzielen und den Trend zu stoppen.
Dies wäre umso wichtiger als zuletzt nach der Raiffeisenbank auch die örtliche Sparkasse ihre Filiale geschlossen hat und keine Bargeldversorgung vor Ort mehr möglich ist.
Es sind noch einige Gewerbebetriebe vor Ort. Unter anderem betreibt der weit bekannte und renommierte Künstler Peter Lang ein großes Atelier in Gleißenberg. Die Firma ML-Case ist der größte Arbeitgeber im Dorf. Zwei Getränkemärkte ergänzen die Nahversorgung.
Auch in Sachen Tourismus hinkt man derzeit etwas hinterher. Die Ferienwohnungen, die noch angeboten werden, sind allesamt sehr gut belegt und sicher würden sich in diesem Bereich Investitionen im Bayerischen Meran auf Dauer auszahlen.
Freizeitmöglichkeiten hat der Gast nach wie vor. Vor Ort gibt es außer dem vielen Wander- und Radsportmöglichkeiten noch drei Tennisplätze und zwei Fußballplätze. Der vor einiger Zeit neu geschaffene „Meranpark“ in der Ortsmitte bietet zudem ein Kneipp-Becken sowie eine einzigartige Holzkegelbahn sowie Kinderspielmöglichkeiten.
Leider wurde das gemeindliche Freibad vor ein paar Jahren aufgrund Sanierungsbedürftigkeit und fehlender ausreichender Fördermöglichkeiten zur Sanierung geschlossen. Ein Arbeitskreis hat einen Lösungsvorschlag erarbeitet, der aber derzeit auf Eis liegt.
Der Friedhof wurde vor einiger Zeit völlig neu gestaltet und saniert und ist herrlich gelegen im Wiegental ein Aushängeschild der Gemeinde.
Die Gemeinde baut am Rathausplatz derzeit ein neues Kinderhaus mit Kindergarten und Kinderkrippe für die vielen jungen Familien vor Ort. Die frei werdenden Räumlichkeiten im Rathaus können bei Fertigstellung anderweitig genutzt werden.
Das Bürgerbüro im Rathaus ist saniert und neu gestaltet. Der Rathausvorplatz wurde im Rahmen der Dorferneuerungsmaßnahme völlig neu gestaltet und konzipiert.
Auch der Dorfplatz bei der Kirche wurde im Rahmen der Dorferneuerungsmaßnahme völlig neu gestaltet. Das Gasthaus zum „Grisl“ hat unter der Linde einen eigenen kleinen Biergartenbereich, ein Brunnen ziert den Platz.
Die Pfarrei Gleißenberg hat ein neuwertiges Pfarrheim erbaut, das vielfältig mit Leben erfüllt ist. Ein eigener Pfarrgemeinderat sowie die Kirchenverwaltung und viele andere engagierte Menschen bewegen in der Kirchengemeinde einiges. Ein aktiver Seniorenclub trifft sich regelmäßig im Pfarrheim und macht Ausflüge und besucht viele Veranstaltungen. Es besteht eine Pfarrgemeinschaft mit Dalking, Kirchengemeinde mit der angrenzenden Ortschaft Lixenried.
Die Gleißenberger Pfarrkirche hat ein schönes Erscheinungsbild und ist ein historisches Gebäude mit geschichtlichem Hintergrund. Früher war die noch sichtbare Wehranlage ein Schutz gegen vielfältige Gefahren. Ein Taufstein aus dem 16. Jahrhundert ist vorhanden und ein Kriegerdenkmal mit einer wunderbaren Gedenktafel mit den Gefallenen der beiden Weltkriege.
Gleißenberg war/ist Wallfahrtsort – in der Gleißenberger Pfarrkirche ist heute noch das Bildnis vom gegeiselten Heiland „Heiland auf der Wize“ (Wize = Marter/Pein) zu sehen, das im Jahre 1760 erstmals für Aufsehen sorgte. Damals wurde an den Bischof von Regensburg berichtet, dass beim hiesigen Krämer Johann Kunz ein holzgeschnitztes und ungefähr ein Schuh hohes Bildnis Christi Flagellati ist. Er hatte sie bereits vor 11 Jahren bei der „Steingadischen Wallfahrt“ mit nach Hause getragen und seitdem wurde es verehrt wegen vielfacher „Gnaden und Guttaten“. Später wurde es in die Gleißenberger Pfarrkirche überstellt. Nachdem etliche Bürger aus Nah und Fern an „Eides statt“ versicherten, solche Wundertaten selbst erfahren zu haben, kam nach einem Bericht des Erzdechant von Cham Adam Érnst von Bernclau am 1. Juli 1761 vom Konsistorium Regensburg an den Pfarrer von Gleißenberg mit folgender Notiz: „Auf die eidliche Erfahrung (Vernehmung), die wir aufgrund unseres Auftrages durch den Herrn Dekan von Chamb eingeholt haben, wird die Ordinariatsverwilligung hiermit erteilt, dass die bei dem dortigen Bildnis Christi Flagellati (Christus an der Geißelsäule) erhaltenen besonderen Gebetserhörungen („beneficia plane insiginia) von der Kanzel verkündet werden dürfen“.
Für zwei Priester schien unter diesen Umständen die Arbeit (in Gleißenberg und Geigant) zu viel geworden zu sein. Gleißenberg war Ziel für Wallfahrer aus Nah und Fern.
Das Gleißenberger Vereinsleben ist vielfältig und abwechslungsreich. Es bietet für jeden etwas, der sich aktiv mit einbringen will. Der Sportverein Gleißenberg-Lixenried e.V. ist der größte Verein vor Ort und hat eine aktive Fußballabteilung sowie Tennisabteilung, er hat sich aber auch in Sachen Einrad Fahren und Tanzsport einen Namen gemacht. Teilnahme bei Deutschen Meisterschaften, Europameisterschaften und sogar Weltmeisterschaften waren auf der Tagesordnung der Einradfahrer. Etliche Titel wurden gewonnen von Gleißenberger Teilnehmern. Es gibt noch den Schützenverein „1911 Gleißenberg“ und den Trachtenverein „Burgstaller“ sowie einen Obst- und Gartenbauverein und zwei Ortsfeuerwehren sowie den Reitsportverein und die Reservistenkameradschaft. Zudem gibt es auch noch die Burgstall-Löwen Gleißenberg.
Aktive kirchliche Gruppierungen sind der KDFB und die Katholische Männerkongregation sowie der Seniorenclub ergänzt um dem Pfarrgemeinderat und die Kirchenverwaltung.
Der Gleißenberger Fasching ist weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt und wird alle zwei Jahre durchgeführt, organisiert von den Vereinen aus Gleißenberg, Ried und Gschwand. Neben einen großen Faschingsumzug am Faschingsdienstag gibt es allerlei Veranstaltungen in dieser Zeit bei uns. Der Erlös wird immer gemeinnützig verwendet, es wurden schon viele Maßnahmen mit unterstützt.
Trotz der Größe der Gemeinde ist diese auch mit Leben erfüllt und viele Menschen arbeiten in verschiedensten Funktionen jeden Tag daran die Situation ständig zu verbessern. Die Gleißenberger und Rieder möchten noch viel bewegen für Ihre Heimatgemeinde – was, darauf kann man gespannt sein.

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