Volkstrauertag Gleißenberg 2020 bogen_slideshow_green

Nicht vergessen, was nicht vergessen werden darf

Gleißenberg.
Der Volkstrauertag ist ein wichtiger Tag in unserer Erinnerungskultur. An diesem Tag gedenken wir nicht nur den Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege, sondern auch denen, die durch Hass, Gewalt und Verfolgung ums Leben gekommen sind, so Pfarrer Franz Merl beim Gedenken am Kriegerdenkmal. Aufgrund der aktuellen Situation fand dieses nur im kleinen Rahmen statt. Wo sonst große Abordnungen der beiden Ortsfeuerwehren und zahlreiche Bürger ihr Ehrbekundung darbrachten, war heuer ein fast verwaister Platz. Nur vereinzelte Gläubige und eine Hand voll Würdenträger waren zur Kranzniederlegung durch Bürgermeister Wolfgang Daschner erschienen. In seiner Rede erinnerte er an die beiden Weltkriege und welches Leid diese nicht nur den Soldaten, sondern auch der Zivilbevölkerung brachten. Am liebsten wäre dieses Kapitel unserer Geschichte vergessen, doch es ist unsere Aufgabe, diesen Ereignissen ins Auge zu sehen und dafür zu sorgen, dass nie wieder ein solches Leid von Deutschland aus geht. Gedenken ist deshalb so unerlässlich, denn es bezieht sich nicht nur auf die Vergangenheit, sondern gleichermaßen auf die Gegenwart und Zukunft. Den anschließenden Gottesdienst begann Pfarrer Merl darum mit dem Zitat „Vergesst die Toten nicht“, mit dem 1919 kurz nach dem Ende des ersten Weltkrieges der Volkstrauertag ins Leben gerufen wurde. In der Predigt ging Diakon Alfred Dobler auf die Wichtigkeit des Friedens ein. Denn mit dem Wort Krieg assoziationieren wir das Gegenteil Frieden. Den Frieden, den sich damals viele Gefallene bestimmt gewünscht haben, ihn aber nicht mehr miterleben durften. Die Zahlen dieser Opfer sind schon erschreckend, wobei die Dunkelziffer weitaus höher ausfallen dürfte. Denn nicht nur auf den Schlachtfeldern, sondern auch den Verfolgten und Vertriebenen gilt es zu gedenken, denn auch sie wollten nur überleben und hofften auf Frieden. Diakon Dobler hofft, dass nur dieses Jahr der Volkstrauertag so minimalistisch ausgefallen ist, denn sonst wird das Vergessen was nicht vergessen werden darf. Es ist unsere Aufgabe, den Volkstrauertag in Ehren zu halten, um den Frieden zu bewahren. Hierfür gilt es bereits in der eigenen Familie anzufangen, den Frieden schon im kleinen zu schaffen.

Bürgermeister Wolfgang Daschner bei der Kranzniederlegung vor dem Kriegerdenkmal.

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