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Der "Engl Sepp" hinterläßt ein wohlbestelltes Haus

Weiding.
Herzliche Gesten und ehrende Worte, aber auch etwas Wehmut lag in der Luft, als die kommunale Chambtal-Familie am Dienstag-Abend den Klärwärter der ersten Stunde, Josef Engl in den Ruhestand verabschiedete. Bürgermeister Daniel Paul hatte zu dieser Feierstunde ins Gasthaus Feil eingeladen. Neben den Mitgliedern des Gemeinderates waren auch alle Kollegen seitens Kläranlage und Bauhof Weiding sowie Altbürgermeister Karl Holmeier und Gleißenbergs Rathauschef Wolfgang Daschner gekommen, um sich für die jahrelange und ausschließlich harmonische Zusammenarbeit zu bedanken und persönlich die jeweilige Wertschätzung zum Ausdruck zu bringen. Im Mittelpunkt stand der Ehrengast des Abends, Josef Engl mit seiner Lebensgefährtin Regina Paul.
Einen hilfsbereiten Menschen wie den „Engl Sepp“ in Rente gehen zu lassen, falle der Gemeinde und ihren verschiedenen kommunalen Einrichtungen in der Tat schwer, bekundete das Weidinger Gemeindeoberhaupt eingangs seiner Laudatio.
Schon beim Bau mit dabei
Der Sommer 1988 markierte nicht nur den Dienstbeginn Engls, sondern läutete auch den Start der Entwässerungsanlage im Rettenhofer Weg ein. 1987 wurde sie einst gebaut, Josef Engl war beruflich bereits im Vorfeld zur Baufirma Kolbeck gewechselt, um beim Bau der Kläranlage schon täglich vor Ort zu sein. Zum 1. Juli 1988 wechselte er dann zur Gemeinde Weiding als Klärwärter der ersten Stunde. Paul blickte weiter in den Lebenslauf des langjährigen Kommunalbediensteten. In den 1990er Jahren habe er sich dann nicht gescheut, die berufsbegleitende Ausbildung zum Ver- und Entsorger für die Fachrichtung Abwasser zu absolvieren. Und es habe sich viel verändert in den 33 Jahren. Nicht nur mit Blick auf die stetige Erweiterung der Kanalisation, die bis 2016 in insgesamt zwölf Bauabschnitte eingeteilt war, sondern vor allem auch im Betrieb und in der EDV-technischen Überwachung der Anlage. Der Bürgermeister ließ die Vielfältigkeit des Engagements von Engl kurz Revue passieren.
Eine Handvoll Berufe in einem
„Als Elektriker, als KFZ-Mechaniker, als Heizungsinstallateur, als Handwerker im Sanitärbereich bis hin zum vertretungsweisen Kindergarten- und Schulbusfahrer warst Du all die Jahre zusätzlich im Einsatz“, lobte Paul das breite Arbeitsspektrum des scheidenden und in allen Reihen der Bevölkerung beliebten Bediensteten. Was jedoch bis heute einen unschätzbaren Wert darstelle, sei das Wissen um das große Kanalnetz in der Gemeinde, das der Sepp wie seine Westentasche kenne. Darum sei es erfreulich, daß er sich bereiterklärt habe, der Gemeinde weiterhin mit seinem Wissen und seiner Hilfsbereitschaft zur Verfügung zu stehen, freute sich der Rathauschef. „Du hinterläßt zweifelsfrei ein wohlbestelltes Haus für Deine junge Riege“, stellte Paul abschließend fest. Mit einem Bilderreigen über die vergangenen 33 Jahre und einem Streifzug durch die Geschichte der gemeindlichen Entwässerungsanlage schloß er seine Ausführungen.
Allzweckwaffe der Gemeinde
Altbürgermeister Karl Holmeier freute sich, ebenfalls bei dieser Feierstunde anwesend sein zu können. Eigentlich sei es ein Fehler, den „Engl Sepp“ heute in Rente gehen zu lassen, schmunzelte er. In den 24 Jahren seiner Bürgermeister-Amtszeit wurde vieles bewegt in Sachen Kanalisation. Engl sei dabei nicht nur als Bediensteter in der Kläranlage engagiert gewesen, sondern er habe viele Entscheidungen als aktives Gemeinderatsmitglied mitgetragen und sein Fachwissen eingebracht. Er habe aber auch positive Spuren im Vereinsleben hinterlassen, bekundete Holmeier. Als Schützenmeister oder als langjähriger Kommandant der Weidinger Wehr sei ihm auch stets das Vereinsleben eine Herzensangelegenheit gewesen, lobte Holmeier das ehrenamtliche Engagement. „Die Kläranlage war wie Deine eigene Firma und für die Gemeinde warst Du die Allzweckwaffe schlechthin!“. Mit diesen Worten bedankte sich der Altbürgermeister auch für die jahrelange Freundschaft zu Engl.
Betreuung Gleißenbergs ein Meilenstein
Gleißenbergs Gemeindeoberhaupt Wolfgang Daschner hob die Verbundenheit zwischen den beiden Kommunen hervor. 2018 wurde die Betreuung der Gleißenberger Abwasseranlage durch die Bediensteten aus Weiding übernommen. Mit dem 1. Januar 2021 wurde diese Zusammenarbeit ganz offiziell unter dem Dach der Verwaltungsgemeinschaft Weiding besiegelt. Diesen Meilenstein bezeichnete Daschner als ausschließlich zukunftsweisend und richtig. Engl hatte auch daran seinen Anteil, denn in den zurückliegenden drei Jahren konnte auch in Gleißenberg schon vieles erreicht und modernisiert werden. Er durfte Engl stets als äußerst hilfsbereiten und gewissenhaften Mitarbeiter kennenlernen. Dafür sagte auch Daschner ein herzliches Vergelt’s Gott. Zu guter Letzt hatten auch die jungen Kollegen ein persönliches Geschenk vorbereitet.
Geschenk vom Nachfolger
Der neue Chef der Weidinger Abwasseranlage Patrick Meier überreichte einen selbstgebastelten Reagenzglasständer mit Hochprozentigem in verschiedenen Farben, jedoch in originalgetreuer fachlicher Beschriftung der Probeinhalte und bedankte sich ebenfalls herzlich für das stets gute Verhältnis im Klärwärter-Team. Das Schlußwort des Abends oblag Engl selbst, der sich gerührt für die Ehrerbietungen bedankte und weiterhin seine Hilfsbereitschaft in allen Belangen versprach. Auch an seine Nachfolge gerichtet bat er seine helfende Hand und seinen Rat uneingeschränkt an. Bei einem Abendessen ließ man die Feierstunde mit so manchen Erinnerungen an die lange kommunale Zeit ausklingen.

Abschiedsgeschenke und ehrende Worte für 33 Jahre im öffentlichen Dienst gab es auch seitens der kommunalen Verantwortlichen, Bürgermeister Paul und Daschner sowie Altbürgermeister Holmeier (v.re.).     Das Klärwärter-Team der Verwaltungsgemeinschaft Weiding, Patrick Meier, Michael Bierl und Hans Jürgen Rohrmüller bedankte sich beim scheidenden Leiter der Abwasseranlage (v.li.).

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